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Freibad sanieren

und nicht noch weitere Zeit verlieren

Mit diesem Slogan setzt sich die FWG (Freie Wählergemeinschaft) der Samtgemeinde Brome nachdrücklich und ehrlich für das Freibad in Brome ein. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es ist nicht nur eine ernst gemeinte Forderung der FWG!  Bei den früheren Freibadbenutzern gibt es immer häufiger negative Stimmen zum aktuellen Status und auch ein großes Unverständnis bezüglich der Handlungsweisen. Die Bevölkerung versteht es einfach nicht, dass bei vielen Gelegenheiten immer wieder die breite politische Unterstützung für einen Erhalt des Freibades beteuert wird, Fördermittel in Aussicht gestellt werden und andererseits nur Zeit vergeht. Die vielen Gespräche zeigen auch, dass sehr häufig die Hintergründe nicht bekannt sind. Das soll auch der Grund dafür sein, an dieser Stelle die Problematik zu beleuchten und aufzuklären.  

Folge 1

Warum ein Neubau und keine Sanierung


Mehrheiten im Samtgemeinderat haben dieses so gewollt und mit Nachdruck durchgesetzt. Argumente und schneller umsetzbare Lösungsansätze der Freien Wählergemeinschaft Samtgemeinde Brome (FWG) mit einer aus ihrer Sicht möglichen und kostengünstigen Sanierung wurden ignoriert bzw. belächelt. Eine ernsthafte, inhaltliche Diskussion und Prüfung gab es nicht! 

Sie war auch erkennbar nicht gewünscht, denn sonst hätte man andere Argumente gelten lassen können/müssen. Das Freibad hat, dass zeigt sich immer wieder, nicht so viele Unterstützer im Gremium Samtgemeinderat, wie es immer wieder vollmundig vorgetragen und publiziert wird. Damit setzt sich politisch das fort, was bereits in der Vergangenheit immer wieder festzustellen war. Glaubwürdige Taten fehlen allerdings. Es war seinerzeit auch der Grund dafür, dass sich 2004 der Freibadförderverein gründete, um damals bereits eine drohende und diskutierte Schließung des Bades zu verhindern. Das gelang seinerzeit auch, allerdings wurden politisch keine ausreichenden Mittel für eine jeweils zeitnahe Sanierung einzelner kritischer Freibadteile bereitgestellt, da sich dafür keine Mehrheiten im Samtgemeinderat fanden. Und so begann damit auch der schleichende Prozess bis zur aktuellen Badschließung. Mit Hilfe des Freibadfördervereins sowie der DLRG wurden zwar Gelder akquiriert bzw. Betriebskosten reduziert – aber das reichte bei weitem nicht aus. 

Geschichte des Freibades in Kurzfassung 

Das Freibad wurde erstmalig ca. 1934 errichtet. Eine Renovierung fand dann in 1965 statt, indem eine Umwälzanlage sowie eine Elefantenhaut für die Becken eingebaut wurden (Kosten: ca. 317.000€). 1979 wurde die abgängige Elefantenhaut durch Fliesen ersetzt, und es wurde eine Heizungsanlage eingebaut (Kosten: ca. 1.585.000 €). Die Fliesen hatten (haben) nur eine begrenzte Lebensdauer und verursachten durch die jährlichen Ausbesserungen bis zur aktuellen Schließung enorme Kosten. Diese überstiegen sogar den möglichen Aufwand für eine rechtzeitige Beckenkopfsanierung aus Edelstahl erheblich. 

Da halfen auch überzeugende Gutachten aus 2002 und 2012 nicht, um eine gründliche Sanierung durchführen zu können. Beide Gutachten wurden jedoch in den  Gremiendiskussionen stets so dargestellt, dass nur ein Neubau des Bades die einzige Lösung sei. Wer sich die Gutachten einmal sorgfältig durchgelesen hätte, müsste allerdings zu einem anderen Ergebnis kommen!!!  

Folge 2

Die wirklichen Fakten der Gutachten

Die weitere, rote Kursivschrift gibt den tatsächlichen Wortlaut der Gutachten wieder 

Bereits in 2002  wird gutachterlich festgestellt. „Durch altersbedingten Verschleiß und Rissbildung zeigen sich zunehmend Schäden im Fliesen- und Abdichtungssystem, die zu erheblichen Wasserverlusten und Schäden in der angrenzenden Befestigung des Beckenumganges führen.“ Es „bietet sich eine Möglichkeit der vorzeitigen Sanierung des Rinnenbereichs in Edelstahl an.“ Die Beckenkopfsanierung wurde seinerzeit für das Schwimmerbecken auf 159.984€ Kostenaufwand geschätzt! 

Das Gutachten aus 2012 geht 10 Jahre später in die gleiche Richtung. „Die gesamte Beckenauskleidung inkl. der Schwallwasserrinnen aus Fliesen ist sanierungsbedürftig.“ …“Die Rinnenkonstruktion ist undicht.“…“Im Bereich der Beckenumgänge am Springer- und am Nichtschwimmerbecken haben sich bereits mehrfach Setzungen ergeben, die darauf hindeuten, dass Rohrleitungen infolge der Versprödung undicht sind.“… „Die gesamten erdverlegten Rohrleitungen für die Badewassertechnik werden erneuert mit Polyethylen-Kunststoffleitungen.“… „Die Becken weisen einen Wasserverlust aufgrund Undichtigkeiten im Rohrsystem oder der Becken auf.“… „Die Betonkonstruktion der Becken wird als standsicher angenommen. Eine genauere Beurteilung bedarf einer betontechnischen Untersuchung.“… „Die Undichtigkeiten konnten bei der Bestandsaufnahme nicht näher untersucht werden, weil die Becken gefüllt waren. Es wird für die weiteren Schritte angenommen, dass die Undichtigkeiten von Rohrabrissen herrühren.“ 

Nach diesen Ausführungen wird damals empfohlen, zur Modernisierung des Freibades nur die Beckenköpfe mit Edelstahl auszukleiden und die maroden Rohrleitungen zu ersetzen!!! 

Die Beckenumgänge werden mindestens einen Meter breit aufgenommen und ca. einen Meter tief ausgeschachtet, um nur den Beckenkopf fachgerecht aus Edelstahl herstellen und an neue Rohrleitungen anschließen zu können. Wie von der FWG in den Sitzungen vorgetragen, würde das erhebliche Kosten einsparen, Bauzeiten minimieren und zeitnah zu einem weiteren Betrieb des Freibades führen! 

Eine Kontrolle (Befahren der maroden Rohrleitungen mit einer Kamera) wurde nicht für nötig befunden. 

Stattdessen trägt der Samtgemeindebürgermeister erhebliche tägliche Wasserverluste vor und stellt amtlich aber locker fest: DAS FREIBAD IST NICHT ZU SANIEREN! 

 Augenscheinlich spielt sich ein Wasserverlust nur im oberen 40cm-Beckenbereich ab. So hat das Schwimmerbecken heute noch den Wasserstand des letzten Jahres. Diese Tatsache passt zu den gutachterlichen Feststellungen und zeigt auf, dass eine kostenintensiven Totalerneuerung nicht erforderlich ist. 

Fazit: 

Die Anträge der Freien Wählergemeinschaft im Jahr 2024 und später, entsprechende Untersuchungen vorzunehmen, da sie zielführend (keine längere Schließung), sinnvoll und kostengünstig seien, wurden mehrheitlich ignoriert bzw. abgelehnt. Eine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Fakten fand nicht statt und war offensichtlich nicht gewollt.  

Das war einmal!!!

Folge 3

Fördermittel für einen Neubau/Finanzierung 

Aktuell setzen Mehrheiten im Rat auf den Neubau eines Naturbades mit einer starken Fördermittelfinanzierung. Anträge sind gestellt. Ein positiver Bescheid wurde bereits im Dezember 2025 erwartet, kam aber nicht. Dann war das Frühjahr 2026 dafür vorgesehen. Der Antrag  der Samtgemeinde Brome wurde den offiziellen Angaben zufolge nicht berücksichtigt. Aktuell soll es eine Entscheidung (nach den Kommunalwahlen im September ???!!!)  geben,  die für Dezember 2026 angekündigt ist. Ob es dann tatsächlich gelingt, die ca. 6-7 Millionen Kosten für den Neubau als Fördermittel zu erhalten, steht erfahrungsgemäß in den Sternen! Die Freie Wählergemeinschaft glaubt jedenfalls angesichts der finanziellen Probleme von Bund, Ländern und Gemeinden nicht daran! Eine Mitfinanzierung der Samtgemeinde Brome erscheint wegen der bereits hohen Verschuldung als Illusion, zumal im Mai 2026 noch vom Samtgemeindebürgermeister geäußert wurde, dass bis zu 1,5 Millionen Euro in einem optimalen Fall winken. Im Samtgemeinderat am 28.11.2024 äußerte dieser noch, „dass ohne 100%ige Förderung die Erneuerung als wirtschaftlich nicht leistbar einzustufen ist“. Was gilt denn nun und welche Chancen haben wir denn tatsächlich??? Die Fördermitteltöpfe des Bundes und des Landes sind überdies durch bundesweite Anträge mehr als ausgeschöpft, sodass Chancen darauf einem Lotteriespiel gleichkommen. Die Frage, wie lange das Schwimmbadpersonal vor diesem Hintergrund noch beschäftigt werden soll, bleibt unbeantwortet.  

Da bereits einige andere Gebietseinheiten im Landkreis Gifhorn (sowie Landes- und Bundesweit) enorme Fördermittel erhielten und ihre Bäder sanierten, gehen die Chancen für ein Freibad in der Samtgemeinde Brome erfahrungsgemäß gegen NULL. 

Eine Förderung durch Dorferneuerungsmittel „Dorfregion“ wäre von 2022 bis 2028 mit jährlich maximal 500.000€ je Maßnahme  mit einer sehr geringen Eigenbeteiligung von ca. 10% möglich gewesen – wurde aber von der Samtgemeinde Brome bisher nicht in Anspruch genommen. 

Aufgrund des aktuellen Schuldenstandes und eines unausgeglichenen Haushalts sowie vieler Illusionen bezüglich weiterer Großprojekte im Umfang von annähernd 60 Mio. € sind weitere Kreditaufnahmen faktisch ausgeschlossen. 

Ein Neubau ist als Naturbad geplant

Wer sich das geschlossene Freibad ansieht, wird feststellen, dass es eigentlich schon ein Naturbad ist und langsam verkommt. Statt einer Sanierung wurden bereits 25.000€ für eine Machbarkeitsstudie ausgegeben. Der Freibadförderverein hatte die Kosten übernommen. 

Wenn ein gechlortes Schwimmbad durch ein Öko-Bad ersetzt wird, muss man sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Gerade bei den jährlich steigenden Temperaturen und durch den Klimawandel ergeben sich zunehmend Probleme bei der Wasseraufbereitung wie von anderen Badbetreibern zu hören ist. Ein hygienisch einwandfreier Betrieb ist nur bis zu 25 Grad Celsius Wassertemperatur möglich. Algen und Bakterien können sonst die Folge sein und zwangsläufig zu weiteren regelmäßigen Badschließungen führen, wie bereits aus vielen Bundesländern zu erfahren ist. Grünlich gefärbtes Wasser erschwert auch die Beckenaufsicht, indem der Beckengrund nicht zu sehen ist. Für Frösche, Enten und Ringelnattern ist es ein Paradies. Ob daher ein Naturbad mehr oder überhaupt Badegäste anlockt, wird allgemein bezweifelt. Insbesondere Familien mit Kleinkindern sowie ältere Badegäste äußern immer wieder ihre Bedenken. Eine ideologisch geprägte Denkweise reicht also nicht aus und könnte nur sinnlose Investitionen nach sich ziehen. 

Folge 4

Fehlende Schwimmkurse und soziale Aspekte

Das vorhandene Freibad fehlt inzwischen schon 3 Jahre. Sollte es tatsächlich irgendwann zu einer ausreichenden Fördermittelfinanzierung kommen, vergehen mindestens weitere 4-6 Jahre, in denen die Kinder keinen Schwimmunterricht in der Nähe und mit kurzen Wegen nach Brome in Anspruch nehmen können. Die DLRG Brome muss weite Wege und enorme Kosten in Kauf nehmen, um alternative Möglichkeiten im Umland annehmen zu können. Davon werden aber weniger Kinder profitieren, weil Eltern dazu nicht selbstverständlich bereit sind. Ob die engagierte DLRG diese Durststrecke durchhalten wird, ist ein weiterer Aspekt.

Gleiches gilt auch für den Freibadförderverein, der sich mit der DLRG über 22 Jahre in jedweder Hinsicht stark engagierte, um das Freibad zu erhalten. Die Aktion „Freibadretter“ unterstützt außerdem die Forderung nach einem Erhalt des Freibades.

Und so wundert es nicht, wenn bundesweit die Zahl der Nichtschwimmer/Ertrinkungstoten von Jahr zu Jahr steigt!

Last but not least war und ist ein (unser) Freibad ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Rentner. Früh- und Spätschwimmer taten etwas für ihre Gesundheit,  zogen täglich ihre Bahnen und pflegten ihre Kontakte. Das alles ist nun wahrscheinlich für immer vorbei!!!

Wir haben uns mit diesen 4 Folgen einmal die Mühe gemacht, einige wenige aber wesentliche Fakten aufzuzeigen. Viele weitere sind wegen des Umfanges weggelassen worden, obwohl sie frustrierend waren.

Wir jedenfalls sind gespannt, ob im neuen Samtgemeinderat ein Umdenken stattfindet.

Unsere Finanzen geben irgendwann den Geist auf – wir nicht!

Wir denken weiter als bis zum nächsten Badetag (zur nächsten Wahl).